Baumsatzung für die Stadt Leverkusen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister  Buchhorn ,

 

Bitte leiten  Sie folgenden Antrag an die zuständigen Rats-

gremien weiter !

 

Betreff: Baumsatzung für die Stadt Leverkusen

 

Beschlußentwurf:

 

 

Die Verwaltung legt bis zur Kommunalwahl eine Neufassung der außer Kraft gesetzten Baumsatzung  für die Stadt Leverkusen vor.

 

 

Begründung:

 

 

Seit Absetzung der Baumsatzung für unser Stadtgebiet ist zu beobachten, dass zunehmend Baumfällungen, ja Kahlschläge alten Baumbestands vorgenommen werden. Dies geschieht in  vielen Fällen, ohne dass überzeugende oder gar zwingende Gründe angegeben werden.

 

Beispiele hierfür waren z.B. die Fällung der Pappeln in Hitdorf (Fähranleger), Fällung alten Baumbestands in Mathildenhof (Parkanlagen), in Bürrig (Reuschenberger Mühle), an der Ruhlach (Uferbereich des Wiembach) und jüngst im Wäldchen an der Wolf-Vostell-Straße in Schlebusch.

 

Auf Nachfrage wurde letzteres Beispiel offiziell als „Pflegemaßnahme“ deklariert mit dem Ziel, anstelle eines Waldbestandes dauerhaft lediglich eine Grünfläche zu etablieren.

 

Völlig unverständlich ist eine solche Begründung vor allem für die Bürgerinnen und Bürger, denen Bäume unverzichtbar sind und die bereits seit mehreren Jahren für eine neue bzw. die Wiedereinsetzung der Baumsatzung eintreten.

 

Beispiel für Fehleinschätzungen der Verwaltung in der jüngeren Vergangenheit war z.B. die 300 Jahre alte Blutbuche im Schlosspark: vor drei Jahren als akut sturzgefährdet eingeschätzt, erfreut sie uns nach wie vor durch ihre Würde und Schönheit.

 

Kinder lernen heute in der Schule, wie wichtig Bäume für die Entgiftung unserer Atemluft sind! Sie tragen zu einem ausgewogenen Stadtklima bei, zumal Leverkusen einen überdurchschnittlich hohen Versiegelungsgrad bei gleichzeitig unterdurch­schnittlichem Waldbestand aufweist. 

Bäume prägen unser Stadtbild und unsere Wohnquartiere als historische Zeitzeugen, geben Schatten in künftig zunehmender Sommerhitze, halten Böden gesund und schützen unseren Grundwasserspiegel.

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels werden diese Schutzfunktionen des alten Baumbestandes noch weiter an Bedeutung zunehmen.

 

Auch die Waldsiedlung in Schlebusch ist ein trauriges Beispiel für den Verlust von Baumbestand: Grundstücke werden vor einem Neu- oder Umbau gerodet, oft mit dem Argument: “Nebenan gibt es ja noch genug Bäume…." 

Da hier eine von der Verwaltung bislang vorgesehene städtebauliche Erhaltungssatzung für die Waldsiedlung inklusive des bestehenden Baumbestandes nicht verwirklicht wurde, würde gerade auch für diesen Stadtteil eine moderate Baumsatzung den ökologisch wertvollen Charakter sichern  helfen.

 

Inzwischen haben  viele Städte und Gemeinden  in NRW  auch trotz angespannter Haushaltslage wieder eine entsprechende Baumsatzung beschlossen.

Die Wiedereinführung einer Baumsatzung auf Leverkusener Stadtgebiet könnte weitgehend kostenneutral gehalten werden, wenn der Aufgabenbereich vom Fachbereich Stadtgrün mit übernommen würde, der ja schon heute unter Beschäftigung zahlreicher kostenintensiver „Baumkontrolleure“ bzw. interner wie externer Baumgutachter den Aufgabenbereich Verkehrssicherungspflicht öffentlichen (und privaten) Baumbestandes mit betreut. 

Wir bitten, diesen Antrag aus den vorgenannten  Gründen, die wohl ernsthaft nicht mehr in Zweifel zu ziehen sind, auf den weiteren Beratungsweg zu bringen!

 

Brigitte von Bonin 

51375 Leverkusen

FREIE WÄHLER LEVERKUSEN 

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